Zeltlager
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Ein Zeltlager ist umgangssprachlich eine Freizeitveranstaltung in der Jugendarbeit. Sie wird meist in den Sommerferien (gelegentlich auch schon im Frühjahr um Ostern oder Pfingsten) durchgeführt. Zentrale Elemente sind das Lagerfeuer und das Lagerkreuz. Hauptverantwortlicher ist die Lagerleitung. Sie ist für Organisation und Koordination verantwortlich.
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Allgemeines
Natürlich ist es von Vorteil, wenn man schon einen Bestand an Gruppenleiter (möglicherweise durch einen Verein/Organisation) und Teilnehmern (aus dem Vorjahr) hat, aus denen sich ggf. auch neue Gruppenleiter (durch eine GLS) entwickeln. Aber um einen Lagerplatz zu füllen (nicht nur mit Zelten und Material, sondern auch mit Gruppenleitern und Teilnehmern) muss entsprechend Werbung gemacht werden. Wobei man zwischen Teilnehmerwerbung und Werbung für Gruppenleiter unterscheiden muss. Zu beachten ist bei den Gruppenleitern, dass sie persönliche Kompetenzen mitbringen, die für ein Lager notwendig sind. Da sie Verantwortung tragen und Autoritäten darstellen müssen, ist ein gewisses Selbstbewusst sein von Nöten. Ebenso sollte ein fundiertes Wissen in Pädagogik und im Erstellen und Leiten von Gruppenstunden erwartet werden.
wichtige Personen
Gelände
Ein Lagerplatz muss einige Bedingungen erfüllen. So muss er vor allem eine geeignete Größe haben, Möglichkeiten zur Trinkwasserbeschaffung und Nähe zum Wald (um Feuerholz holen zu können).
Material
Ein Zeltlager bedarf großer Mengen an Material. Vor allem, wenn es über 100 Personen fassen soll. Wichtigster Bereich des Zeltlager ist und bleibt die Küche und das zugehörige Küchenteam.
Selbstverständlich folgt danach die Lagerleitung mit ihrem Bürozelt und Material. Als weiteres wichtiges Utensil ist die Lagerapotheke nicht zu niedrig einzuordnen, da es schließlich immer wieder zu kleineren Unfällen kommen kann. Deshalb sollte auch immer eine Person in Erster Hilfe ausgebildet sein.
Natürlich bedarf es noch mehr als das oben festgehaltene. Und zwar vor allem anderen Zelte. Es hierbei mehrere Arten von Zelten: Gruppenzelte, Küchenzelte, Gemeinschaftszelte. Alle sind gleich wichtig und notwendig.
Weiteres Lagermaterial sind Werkzeuge um z.B.: nötige Lagerbauten (wie Lagerkreuz, Lagerheiligtum, Mülleimer, usw.) aufbauen zu können. Unter anderem sollten auch Spiele und Bastelbedarf nicht fehlen.
Die persönliche Zeltlagerausrüstung darf natürlich auch nicht vergessen werden. Wichtigstes unter diesen Dingen sind: Schlafsack, Taschenlampe, Taschenmesser, ggf. ein Feldbett. Kleidung und Hygieneartikel dürfen allerdings auch nicht fehlen. Schließlich gibt es eine Menge Arbeit und Dreck auf einem Lager.
Programmpunkte
Ein Lager braucht viele Programmpunkte, schließlich sind einige Tage mit jungen, aufgeweckten Kindern geplant. Hier dürfen viel Bewegung (bei Erkundungstouren, Nachtwanderungen, Holzsammelaktionen, Erstellen von Bauten) und Sport (beim Fußballturnier, der Lagerrallye, der Olympiade) nicht fehlen. Aber auch die Besinnung (während den Gebeten und den Gottesdiensten) darf nicht zu kurz kommen. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt ist die Zeit um das Lagerfeuer, die mit Szenenspielen oder Singen und Albereien verbracht werden kann. Die Abende können auch mit Spielen wie "Der Preis ist heiß" gefüllt werden. Um den Kindern auch die Thematik und wichtige Werte vermitteln zu können, sollten Gruppenstunden angeboten werden, in denen diese erklärt werden kann und die Kinder fragen stellen können. Ein Bunter Abend soll auf keinem Zeltlager vermisst werden. Als letzter Abend des Lagers muss er der Unterhaltung (vielleicht mit dem Programmpunkt: Wetten dass???) dienen und viel Spaß machen. So können viele Wetten von den einzelnen Gruppen und Personen aufgestellt, oder auch musikalische Highlights geboten werden. Der letzte Tag kann als "Elterntag" gestaltet werden, an dem dann auch die Eltern einen Einblick in das Lagerleben nehmen dürfen. Es könnte Mittagessen angeboten werden, sowie eine Erzählrunde, wo jeder sein Erlebnis erzählen darf. Vielleicht lässt man den Tag nach einem Fußballspiel (z.B. Eltern gegen Teilnehmer) bei Kaffee und Kuchen ausklingen. So können die Eltern nämlich gleich ihre Kinder mitnehmen.
Finanzierung
Ein Zeltlager kostet natürlich auch jeden Menge Geld. Deshalb wird ein Teilnehmerbeitrag verlangt, um die Kosten zu decken. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit von Zuschüssen über das Land und den Landkreis, über die weitere Geldmittel beschafft werden können. Auch wenn man viele Teilnehmer hat und sich dadurch die Kosten pro Kopf verringern, sollte bei den Ausgaben die Notwendigkeit immer wieder überprüft werden. Auf kostengünstige (aber dennoch gesunde) Lebensmittel muss vor allem geachtet werden, da sie den Großteil aller Kosten eines Lager aufwenden.
Recht
Auch rechtlich ist bei der Durchführung eines Zeltlager vieles zu beachten. So wird eine Lagergenehmigung beim zuständigen Landratsamt und eine Feuergenehmigung vom zuständigen Forstamt (auch über das Landratsamt möglich) benötigt. Größte Verantwortung liegt natürlich auch auf den Gruppenleitern und vor allem dem Lagerleiter, da er nun die Aufsichtspflicht für die Kinder (und noch nicht erwachsenen Gruppenleitern) trägt. Für alle Gruppenleiter gibt es die Möglichkeit des Sonderurlaubs, die sie bei ihrem Arbeitgeber/Vorgesetzten beantragen können.
Literatur
- Wolfgang Ries: Zeltlager und Jugendfreizeiten 1, Planung und Organisation, Conrad Stein Verlag, Breklum 2003
- Wolfgang Ries: Zeltlager und Jugendfreizeiten 2, Durchführung, Conrad Stein Verlag, Breklum 2003
- BEJ Geschäftsstelle (Hg.): Krisenmanagement bei Kinder und Jugendreisen, Zimmermanndruck, Düsseldorf 2003
