Wachstumsgesetze
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Inneres Wachstum, also Wachstum in meiner Persönlichkeit funktioniert nach ganz eigenen Regeln. Pater Josef Kentenich, der Gründer der Schönstatt-Bewegung fasste diese in vier so genannten Wachstumsgesetzen zusammen. Die Entfaltung der menschlichen Person muss nach Kentenich
- langsam
- von innen heraus
- gleichzeitig aber nicht gleichmäßig, von einer Ganzheit in ein neue Ganzheit
- und rhythmisch
erfolgen.
Inhaltsverzeichnis |
Begriff
Kentenich verwendet den Begriff Wachstumsgesetze im Kontext der Persönlichkeitsentfaltung. Gemeint sind damit nicht Gesetze im naturwissenschaftlichen Sinne, sondern vielmehr Gesetze im Sinne von generellen Regeln. Diese entstammen nicht wissenschaftlicher Experimenten, sondern aus seiner langjährigen Erfahrung Kentenichs als Pädagoge, Seelsorger und Geistlicher Begleiter.
Die Gesetze im Einzelnen
Langsamkeit
Seelisches Wachstum kann man mit dem einer Eiche vergleichen.Es muss langsam geschehen. Nur dann steht die Eiche am Ende stabil.Von einem anderen Beispiel weiß ein Hochleistungssortler im Rudern zu berichten: „Das eigentliche Leistungsniveau entwickeln wir nicht 6 Wochen vor dem Wettkampf, sondern im Winter, November, Dezember, wenn noch viel Zeit ist. Daran knüpfen wir dann immer wieder an, in Intervallen wird dieses Niveau immer wieder angepeilt und stabilisiert.“
Von innen heraus
Ein weiteres Charakteristikum seelischen Wachstums ist: Nachhaltiges Wachstum geschieht immer von innen heraus. Von außen kann ein Anstoß kommen, aber das Eigentliche muss die innere Motivation sein. Zwingen die Eltern ihr Kind, Gitarre spielen zu lernen, wird das vermutlich nicht viel bringen. Kommt das Kind jedoch gerade vom Zeltlager und hat erlebt, was für eine Energie in diesem Instrument steckt, ist sein Interesse schon von ganz allein geweckt.
Von einer Ganzheit in eine neue Ganzheit hinein
Gutes Wachstum geschieht weiterhin gleichzeitig aber nicht gleichmäßig, aber von einer Ganzheit in eine neue Ganzheit hinein. Körperlich ist das klar, was ein Blick auf den Schulhof verdeutlicht: Äußerliche Symmetrien stimmen vor allem bei den jüngeren und in den oberen Klassen, aber dazwischen oft gar nicht – die Orthopäden und Zahnärzte freuen sich. Das ist im seelischen Wachstum offensichtlich ähnlich: Radikalität und Einseitigkeiten gehören dazu. Das ist zunächst auch nicht weiter schlimm. So können Gerechtigkeit und Radikalität beispielsweise im Jugendalter ganz oben auf die Werterangliste stehen und Jahre später gesellt sich zur Radikalität die Fähigkeit des Abwägens, weil die Welt einfach komplexer ist, und man einen veränderten Blick auf die Wirklichkeit gewonnen hat.
Rhythmik
Bei all diesen Dingen kann man ein weiteres Charakteristikum beobachten: Leben wächst rhythmisch. Zwischen bewusster Entscheidung und Geschehen lassen , Vorwärtsstürmen und bedächtiger Gangart Aktivität und Passivität. Immer Volldampf geht nicht, führt zur Resignation und Aufgabe, ständig immer locker bleiben führt auch zu nichts. Das richtige Maß, der richtige Rhythmus sind entscheidend.
