Soziogramm
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Ein Soziogramm ist eine Darstellungsform für Beziehungen in einer Gruppe. Dies kann eine hilfreiche Methode zur Analyse von zwischenmenschlichen Beziehungen sein. Ein Aktionssoziogramm ist eine praktische Abwandlung davon um in spielerischer Weise Stimmungsbilder einzuholen.
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Soziogramm
Soziogramme können einem Gruppenleiter in der Jugendarbeit hilfreich sein, um die Struktur seiner Gruppe besser zu verstehen. Die Methode stammt aus der empirischen Sozialforschung. Einem Soziogramm liegt Datenmaterial über eine Gruppenstruktur zu Grunde das aus Beobachtungen, sowie mündlichen oder schriftlichen Befragungen (Fragebogen) stammen kann. Dieses Datenmaterial soll nun bildlich dargestellt werden. Dazu kann zunächst eine Tabelle (Matrix) angelegt werden, bei der sowohl in der obersten Zeile (Kopfzeile) als auch in der linken Spalte (Vorspalte) die Namen der Gruppenmitglieder abgetragen werden. Nun geht man die einzelnen Kombinationen durchgehen und mit Hilfe von verschiedenen Zeichen für z.B. "positiv", "negativ", "neutral" oder "keine Beziehung" die Netzwerkstruktur analysieren. Dieser Schritt kann auch übersprungen werden. Der nächste Schritt besteht dann in der Visualisierung. Dazu schreibt man wieder zunächst die Namen der Gruppenmitglieder verteilt auf eine Seite Papier. Mit Hilfe von Symbolen, Pfeilen und Verbindungslinien kann man sich nun daran machen, die Gruppenstruktur ähnlich einer Mind Map darzustellen. Bei alldem kann auch speziell für diesen Zweck entwickelte Software behilflich sein. Bei größeren Gruppen wird dieses Verfahren jedoch zunehmend komplexer und damit schwieriger.
Aktionssoziogramm
Aktionssoziogramme haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten: So können sie für Abstimmungen, Reflexionen oder Meinungsbilder benutzt werden. Das Prinzip ist dabei immer, dass entsprechend einer Fragestellung Personen sich entsprechend anordnen.
Formen
Abhängig von der Situation gibt es unterschiedliche Formen, die Anwendung finden können.
- Raumsoziogramm. Hier nehmen die Teilnehmer entsprechend einer Fragestellung unterschiedliche Positionen im Raum ein.
- Beispiel 1: Eine Bibel liegt in der Mitte des Raumes. Teilnehmer sind aufgefordert, entsprechend ihres Verhältnisses zum Gegenstand sich nah oder entfernt zu positionieren. Anschließend Einstieg in Diskussion.
- Beispiel 2: Stellen einer Multiple-Choice Frage, wobei jede Ecke des Raumes eine Antwortmöglichkeit definiert.
- Treppensoziogramm. Entsprechend einer Fragestellung wird eine bestimmte Position auf einer Treppe eingenommen.
- Beispiel: "Wer war schon wie oft auf der Veranstaltung XY? Die oberste Treppenstufe bedeutet 20 Mal, die unterste Treppenstufe keinmal."
- Schuhsoziogramm. Wie normales Aktionssoziogramm, nur dass zur Darstellung symbolisch für die jeweilige Person einer ihrer Schuhe verwendet wird.
- Soziometrische Wahl. Ein Verfahren wenn es darum geht für eine bestimmte Position in der Gruppe eine Person zu wählen. Die Wahl erfolgt aber nicht schriftlich oder mündlich, sondern in Aktion.
- Beispiel: Es gilt einen Gruppensprecher zu wählen. Dazu legen alle Gruppenmitglied der Person eine ihrer Hände auf die Schulter, die sie gerne in dieser Position/Rolle sehen würden.
Prinzipiell sind je nach gewünschter Anwendung auch viele andere Soziogrammformen denkbar. Wichtig ist allgemein, dass die Orte genau definiert sind und allen Teilnehmern klar ist, welche Aussage eine bestimmte Position hat. Hinterher kann diskutiert werden, warum diese oder jene Position eingenommen wurde und wie man seine Situation empfindet.
Weblinks
- Soziogramm-Editor - Computerprogramm zum Erstellen von Soziogrammen.
