Scoring-Modell

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Bei einem Scoring-Modell (deutsch: Punktwertverfahren) handelt es sich um eine vielfältig einsetzbare Entscheidungsmethode. Sie ist hilfreich zur Analyse verschiedener Alternativen. Bei dieser Methode werden zunächst die enscheidungsrelevanten Kriterien festgelegt, die Alternativen dann anhand dieser Kriterien bewertet und schließlich für jede Alternative eine Gesamtpunktezahl vergeben. Ein Testbericht der Stiftung Warentest folgt im Prinzip genau diesem Schema.

Vorgehen

  1. Im ersten Schritt werden verschiedene Kriterien aufgestellt, die für die Entscheidung relevant sein sollen.
  2. Da nicht jedes Kriterium gleich bedeutsam ist, sollten diese anhand eines Vorfaktor gewichtet werden. Die Summe dieser Vorfaktoren muss wiederum 1 ergeben. Beispiel: Endpunktzahl Alternative A = 0,2 * (Punktzahl bei Kriterium A) + 0,3 * (Punktzahl bei Kriterium B) + 0,5 * (Punktzahl bei Kriterium C). Kriterium C geht also hier zu 50 % in die Endpunktzahl ein.
  3. Nun müssen die Kriterien auf eine einheitliche Skala für alle Kriterien gebracht werden. Geeignet hierfür ist eine Skala von 1 bis 10 oder das Schulnotenverfahren.
  4. Jetzt können die Alternativen anhand der Kriterien und den dazugehörigen Skalen bewertet werden.
  5. Nun wird die Gesamtpunktzahl für die einzelnen Alternativen ermittelt. Dazu wird die erreichte Punktezahl bei einem Kriterium mit dem dazugehörigen Gewichtungsfaktor multipliziert. Die Einzelpunktzahlen werden nun zur Gesamtpunktzahl zusammengezählt.
  6. Abschließend wird eine Rangfolge gebildet. Beim Punktemodell gilt natürlich je mehr, desto besser; bei den Schulnoten je kleiner, desto besser. Nun dürfte klar sein, welches die beste Entscheidungsalternative ist. Wenn nicht, kann das Scoring-Modell noch verfeinert werden oder es können weitere Entscheidungsmethoden/-hilfen zu Rate gezogen werden.

Kritik

  • Es ist möglich, dass lediglich die beste Alternative aus lauter schlechten ausgewählt wird. Um dies zu vermeiden, kann vorher eine Mindestgesamtpunktzahl festgelegt werden.
  • Dadurch, dass die erreichten Einzelpunktzahlen einfach aufaddiert werden, kann ein sehr gutes Abschneiden bei einem Kriterium ein sehr schlechtes Abschneiden bei einem anderen Kriterium ausgleichen. Soll dies eingeschränkt werden, können bei einzelnen Kriterien Mindestpunktwerte festgelegt werden.
  • Verzerrungen, die auf Grund der subjektiven Vergabe der Gewichtungsfaktoren und der subjektiven Einschätzung der Kriterien erfolgen, lassen sich nicht ganz vermeiden.
  • Es ist darauf zu achten, dass die einzelnen Kriterien unabhängig voneinander sind, weil sonst der gleiche Sachverhalt bei mehreren Kriterien einfließt und somit das Ergebnis verzerrt.

Trotz der ausgeführten Kritik bietet ein Scoring-Modell eine gute Hilfe bei komplexen Entscheidungen. Entscheidungsvorgänge werden dadurch transparent und nachvollziehbar gemacht.

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