Schönstatt-Bildstock Arnsberg

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Das Kapellchen verfolgt einen individuellen Stil und entspricht nicht der normalen Form eines Schönstatt-Heiligtums
Das Kapellchen verfolgt einen individuellen Stil und entspricht nicht der normalen Form eines Schönstatt-Heiligtums

Das Kapellchen in Arnsberg-Wintrop zählt nicht zu den offizellen Schönstatt-Heiligtümern, sondern als Bildstock. Das Kapellchen wurde jedoch in der Diözese Paderborn noch vor den offiziellen Heiligtümern in Frohlinde und Paderborn gebaut.


Geschichte

Am 14.Mai 1945, nur sechs Tage nach Kriegsende, machten sich 23 Mädchen der Schönstatt-Mädchenjugend auf den Weg zur Baustelle, um den ersten Spatenstich zu tun. Als Dank für die Hilfe in den Kriegsjahren wollten sie einen alten Bildstock im Wald bei Gut Wintrop, ursprünglich die 13. Station eines verfallenen Krenzwegs, zu einer Kapelle erweitern.

Sie hatten die Erlaubnis, aus Ruinen eines zerbombten Arnsberger Hauses Steine herauszuschlagen. Jeder Backstein wurde säuberlich zurecht gehauen. Mit einem Schubkarren sollte der Transport zur Baustelle durchgeführt werden. Als der Karren unterwegs zusammenbrach, half der Gutsverwalter mit einem Pferdekarren aus. Gegenleistung: Runkelhacken auf den Feldern von Gut Wintrop.

Tag für Tag waren die jungen Frauen an der Baustelle. Zunächst gruben sie mit Spitzhacke und Schaufel den Graben für die Grundmauern. Mit Eimern trugen sie Steinchen, Sand und Asche herbei. Aus dem nahe liegenden Bachlauf wurde das Wasser zur Baustelle geschafft! Alle Baumaterialien wurden den steilen, teils zerbombten Weg zur Baustelle hoch geschafft - selbst die Altarplatte. Die erste Platte passte dann nicht, die zweite zerbrach, die dritte endlich - 250 KG schwer - blieb im Kapellchen. Die Platten wurden jedes mal von Nuttlar geholt! (Wegstrecke in GOOGLE®maps)

Die Mädchenjugend besucht den Bildstock kurz vor dessen Fertigstellung
Die Mädchenjugend besucht den Bildstock kurz vor dessen Fertigstellung
Über Monate waren die Mädchen an der Arbeit, mit Schwielen in den Händen, aber mit frohem Herzen. Die meisten Arbeiten konnten erst nach Feierabend getan werden.

Der Heimweg musste immer so zeitig erfolgen, dass man spätestens um 21 Uhr wieder zu Hause war, weil dann die von der Besatzungsmacht verhängte Ausgangssperre begann. Zum Winter war die Kapelle fertig und wurde am 2. Februar 1946 durch Propst Dr. Theodor Legge eingeweiht.

Andachten

Einweihung des Kapellchens
Einweihung des Kapellchens
Auch heute noch finden Andachten statt: Sonntag um jeden 18. des Monats um 16.00 Uhr und im Mai jeden Sonntag um 16.00 Uhr


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