Religiöse Gruppenstunde

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Eine religiöse Gruppenstunde ist eine Gruppenstunde, die sich mit Themen wie Glauben, Spiritualität oder Kirche auseinandersetzt. Eine solche thematische Einheit ist für viele Gruppenleiter eine besondere Herausforderung, weshalb hier ein eigener Artikel dafür aufgewendet werden soll.

Inhaltsverzeichnis

Sinn und Zweck

Eine religiöse Gruppenstunde hat den besonderen Zweck der Glaubensvermittlung. Die Teilnehmer bekommen Raum für eigene Erfahrungen mit Gott und die Möglichkeit ihren Glauben zu reflektieren. Weiterhin ist auch der Aspekt der Wissensvermittlung bedeutsam. Denn wer versteht, was im Kirchenjahr so passiert oder was die einzelnen Elemente eines Gottesdienstes bedeuten kann ganz anders daran teilnehmen. Vorteilhaft bei alldem ist, dass sich die Kinder oder Jugendlichen unter Gleichaltrigen und außerhalb fester Gottesdienstordnungen befinden.

Persönliche Voraussetzungen des Gruppenleiters

Gerade Kinder beobachten und lernen sehr viel von ihrem Gruppenleiter. Daher ist es wichtig, dass diese auch wirklich hinter dem stehen, was sie sagen. Denn nur wer selbst brennt kann das Feuer weitergeben. Dabei ist es weniger wichtig, selbst auf alle Fragen eine Antwort zu haben. Vielmehr ist es wichtig auf Gedanken und Anregungen der Kinder einzugehen und versuchen, gemeinsam eine Antwort zu finden.

Rahmen

Die Gruppenleitung hat es am einfachsten, wenn religiöse Elemente selbstverständlicher Teil einer Gruppenstunde sind. Daher ist es ratsam, schon beim Entstehen einer neuen Jugendgruppe in diese Richtung Akzente zu setzen. Erfolgt dies nicht, wird der Einstieg schwerer und die Gefahr, dass Spiritualität in der Gruppenstunde als Fremdkörper wahrgenommen wird, steigt.

Vorbereitung

Wichtig ist eine gründliche Vorbereitung der Gruppenstunden. Viele Gruppenleiter sind bei religiösen Themen etwas unsicher, was durch eine gute Vorbereitung abgemildert werden kann. Zum anderen gilt es auch kreative und ansprechende Methoden für die Teilnehmer zu finden, mit denen die Inhalte vermittelt werden sollen.

Beispielhafte Ideen und Methoden

Für jüngere Gruppen (bis 10 Jahre) eignet sich beispielsweise die Arbeit mit den Gleichnissen aus dem neuen Testament oder anderen sehr bildhaften Geschichten. Dazu können die Kinder dann zum Beispiel ein Bild malen.

Bei älteren kann man beispielsweise mit einem Bibliodrama etwas machen oder einen Film zu einer Bibelstelle drehen. Eine andere Möglichkeit ist, ein Gebet wie z.B. das Vater Unser heranzuziehen, dieses Zeile für Zeile durchzugehen und dabei zu überlegen, was sich dahinter verbirgt und wie man das heute formulieren würde. So kann dann eine neue, persönliche Version des Gebets entstehen.

Angesprochen werden können Jugendliche oft auch durch Filme oder Musikstücke, die das Thema Glaube/Religion/Gott in sich tragen. Man könnte also beispielsweise als Impuls ein Lied hören und dann inhaltlich weiter damit arbeiten.

Generell ist wichtig, dass die Gruppenstunde so aufgebaut ist, dass immer auch ein Bezug zur Gegenwart und zum eigenen Leben deutlich wird.

Wer selbst auf dem Gebiet des Religiösen sehr unsicher ist, es aber dennoch thematisieren möchte kann zum Beispiel einen Gast in die Gruppenstunde einladen, der von sich erzählt und mit dem die Teilnehmer dann hinterher diskutieren könnten. Ein solcher Gast könnte der Pfarrer, eine Ordensschwester oder einfach sonst eine interessante Persönlichkeit sein.

Durchführung

Bei der Durchführung ist es gerade bei spirituellen Elementen wichtig, dass genügend Zeit und Raum zur Verfügung stehen. Die Zeit ist wichtig, damit interessante Prozesse wie z.B. eine intensive Diskussion nicht abgebrochen werden müssen, genügend Raum wird gebraucht, damit beispielsweise in einer Einzelarbeit die Teilnehmer genügend Möglichkeiten haben für sich ein angenehmes Plätzchen zu finden.

Um einen offenen und intensiven Gesprächsrahmen zu schaffen sollte der Gruppenleiter dafür sorgen, dass Beiträge anderer respektiert, sowie wertgeschätzt- und ernst genommen werden. Gerade bei einem so persönlichen Thema wie dem Glauben ist dies von großer Bedeutung, weshalb der Gruppenleiter hierbei natürlich auch selbst Vorbild zu sein hat.

Schön sind auch immer Rituale wie zum Beispiel ein gemeinsames Gebet oder Lied zu Beginn oder zum Ende der Gruppenstunde. Durch die regelmäßige Wiederholung kann eine Atmosphäre der Vertrautheit entstehen, der Kontakt zu Gott wird damit "alltäglich".

Weblinks

Literatur

  • Focke, Lücker - Auf Entdeckungsreise durch Gottes Welt: Impulse und Gebete für Gruppenstunden und Freizeiten, Matthias-Grünewald-Verlag, ISBN 978-3786725879
  • Dudek, Müller - Glauben feiern mit Symbolen: Gottesdienste, Gruppenstunden, Aktionen. Herder Verlag, ISBN 978-3451327018
  • Törner-Roos, Besucher - Spuren zum Leben: Geschichten über Gott und die Welt aufbereitet für Gruppenstunden und Schule, Velag "Neues Buch", ISBN 978-3937618173
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