Pädagogik

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Pädagogik bezeichnet die Lehre von Erziehung und Bildung. Die wissenschaftliche Disziplin wird als Erziehungswissenschaft bezeichnet. Heutzutage werden meist die Lehrer als Pädagogen bezeichnet, wobei sie eigentlich vom Staat nur den Bildungsauftrag erhalten haben. Pädagogen müssten vor allem aber die Eltern genannt werden, da sie die Aufgabe haben ihre Kinder zu erziehen. Doch ganz alleine sind sie nicht mit dieser Aufgabe. Schließlich kann man auch Gruppenleiter und andere in der Umwelt lebende Menschen als Pädagogen bezeichnen, die positiven Einfluss auf die zu Erziehenden nehmen.


Inhaltsverzeichnis

Erziehungsstile

In der Pädagogik gibt es verschiedene Arten von Erziehung. sie wird unterteilt in:


autoritär partnerschaftlich laissez faire
diktatorisch demokratisch liberalistisch
ich bestimme wir bestimme es bestimmt
Leiter ist oben Leiter ist inmitten Leiter ist beiseite
Gruppenmitglieder werden beziehungslos Gruppenmitglieder entfalten Beziehungen Gruppenmitglieder werden beiziehungslos
Monolog Dialog Selbstgespräch
Leiter gibt Anweisungen Leiter gibt Ratschläge Leiter gibt Auskunft
einer für alle wir für uns jeder für sich allein


Es gibt noch weitere Unterteilungen, wobei diese die gebräuchlichsten sind.

autoritäre Erziehung

Die autoritäre Erziehung übt eine hohe Kontrolle auf den zu erziehenden aus und gewährt wenig Partizipation. Es werden strenge Regeln vom Erziehenden aufgestellt und hart bestraft. Die Autorität des Erziehers darf nicht hinterfragt werden.

demokratischer Erziehungsstil

Der demokratischer Erziehungsstil baut auf Mitwirkung der Kinder und Konsens auf. Das Erziehungshandeln soll für alle transparent sein. Es wird mit zunehmendem Alter des zu Erziehenden eine höher werdende Selbständigkeit und Eigenverantworklichkeit verlangt und gestattet.

antiautoritäre Erziehung

Hierbei geht es um eine möglichst Zwangfreie Erziehung der Kinder. Diese sollen sich zu selbstbewussten, kreativen, gemeinschafts- und konfliktfähigen Persönlichkeiten entwickeln.

"Laissez faire" Erziehung

Man kann hier eigentlich nicht von einer Erziehung reden, denn jegliche Pädagogischen Maßnahmen werden abgelehnt.


Grundsätze für den richtigen Umgang mit Kindern

  • Wenn ich von einem Kind etwas erwarte, so muss ich ihm ganz klare, einfache und verständliche Anweisungen geben
    Richtig: Paul, bitte höre damit auf, Lisa an den Haaren zu ziehen.
    Falsch: Paul hör auf, die anderen zu ärgern.
  • Keine Frageform verwenden (Wollt ihr dies; wollen wir jenes) => NÖ!
    Falsch: Ich habe für heute das Thema Beten, habt ihr Lust dazu?
    Richtig: Heute behandeln wir das Thema Beten!
  • Positive Bestärkung (auch für Dinge, die sonst unbeachtet sind)
    Beispiel: Paul sieht ein Bonbonpapier auf dem Boden und hebt es auf.
    Falsch: Ich sehe es und ignoriere das Geschehene
    Richtig: Ich bedanke mich bei Paul, dass er das Bonbonpapier aufgehoben hat.
  • Anreizsystem für erwünschtes Verhalten
    Beispiel: In der Gruppenstunde ist der Umgangston recht vulgär.
    Falsch: Jeden, der ein vulgäres Wort verwendet, weise ich zurecht.
    Richtig: Für jede Gruppenstunde, die ohne vulgäres Wort vergeht, gibt es 5 Punkte. Wenn die Gruppe 40 Punkte hat, gehst du mit ihr Eisessen.


Erziehungstipps

  • Man lernt vor allem durch Belohnung (positive Bestärkung)
  • Predigen ist vollkommen sinnlos
  • Wer bestraft, bestraft sich selbst
  • Eigenes Verhalten beobachten
  • Das Kind direkt ansprechen und seine Aufmerksamkeit auf sich lenken.
  • Was man bekommen will, muss man auch geben! Vorbild sein.


Erziehungsfehler

  • Ungewollte Belohnung
  • Eskalationsfallen
  • Ignorieren von erwünschtem Verhalten
  • Ineffektiver Umgang mit Anweisungen
  • Wirkungsloser Einsatz von Strafe
  • Emotionale Mitteilungen


Letzte Tipps für den Umgang mit Heranwachsenden

  1. Personalisiere!
    Die Gruppe ist keine Masse, wo alle gleich sind, sondern sie besteht aus eigenständigen Personen. Jeder Junge ist anders, hat seine Stärken und Schwächen. Als Gruppenleiter musst du jeden persönlich ansprechen und ernst nehmen.
  2. Arbeite mit guten Anlagen und Fähigkeiten
    Beobachte ständig und überlege: Wo sind die guten Anlagen und Fähigkeiten meiner Kids? Diese spreche an und entfalte sie für die Gruppe und ihre Aufgaben und Ziele.
  3. Hole die Gruppe dort ab, wo sie steht!
    Verlange von der Gruppe, was sie wirklich leisten kann. Schlage vernünftige Gruppenvorsätze vor, die die Jungs auch halten können und die sie nicht religiös und erzieherisch überfordern!
  4. Gib die Chance zur freien Entscheidung!
    Die Gruppe und der einzelne sollen selbstständig werden. Deshalb betone immer wieder die freie Entscheidung. Lass die Gruppe z.B. über ihren Vorsatz selbst entscheiden.
  5. Biete Hilfe zur Selbstentfaltung an!
    Als Gruppenleiter darfst und sollst du gut Vorschläge für die Gruppenarbeit einbringen. Versuche aber möglichst bald, die Teilnehmer in die Vorbereitung und Durchführung der Gruppenstunden mit einzubeziehen. Durch dein qualifiziertes Angebot hilfst du zur Selbstentfaltung.
  6. Stelle Forderungen!
    Du hilfst deinen Gruppenkindern nicht, wenn sie bei dir tun und lassen können was sie wollen. Habe den Mut, klare Forderungen zu stellen. Wenn diese Forderungen Opfer und Verzicht bedeuten, dann erkläre und motiviere vom Ideal her.
  7. Übertrage Aufgaben
    Spiele, Gebete, usw. solltest du Stück für Stück den Gruppenmitgliedern übertragen, sobald sie dazu in der Lage sind. Dein Motiv sollte jedoch nicht deine Bequemlichkeit sein. Verantwortung wächst durch das Mittun.
  8. Nutze Konflikte positiv!
    Konflikte in der Gruppe können positiv genutzt werden, wenn du als Gruppenleiter mit der Gruppe über die Ursache sprichst. Berate mit ihnen, wie es in Zukunft besser gemacht werden kann.
  9. Urteile besonnen!
    Hier sind drei Vorschläge:
    1. Beurteile nie jemanden aufgrund nur eines Vorfalls!
    2. Urteile nie, bevor du die betroffenen Personen nicht gehört hast!
    3. Sage erst dann etwas zu einem Streitfall, wenn du beide Parteien gehört hast und stütze dein Urteil immer durch genaue und zuverlässige Informationen ab.
  10. Sei nicht zu selbstsicher!
    Auch der beste Gruppenleiter macht Fehler und hat seine Schwächen. Darum bleibe immer offen für die Ansichten der anderen und lasse dir auch mal was sagen.
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