Motivation

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Die Gesamtheit der Beweggründe für Handeln nennt man Motivation. Ein Motiv bezeichnet ein einzelnes Element der Motivation. Motivation liegt ein komplexes Wirkungsgefüge zugrunde, das in der Praxis und so auch immer nur vereinfacht dargestellt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Motivation und Jugendarbeit

Mit Motivation sich zu beschäftigen lohnt sich aus vielerlei Hinsicht. Wie kann ich meine Kinder in meine Gruppenkinder in die Gruppenstunde zu kommen? Warum bin ich eigentlich selbst motiviert, etwas für die Jugendarbeit zu tun? Und was, wenn ich es einmal nicht (mehr) bin? Oder wenn ich eine Leitungsposition inne habe - wie motiviere ich die Leiter für die anstehende Aktionen?

Motivationstheorie

Zwei-Faktoren-Modell der Motivation

Dieses Modell dient dazu, Inhalt, Art und Wirkung von Motivation verständlich zu machen. Es geht davon aus, dass es über Triebe oder Instinkte hinausgehend zwei Arten von Motivation gibt. Unterschieden wird dabei zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation (in der Pädagogik Primär- bzw. Sekundärmotivation genannt). Beide Formen sind im Individuum selbst verortet. Während die Ursache für die Motivation allerdings bei der intrinsischen in der Person selbst zu sehen ist, kommt die Ursache für extrinsische Motivation dagegen von außerhalb. Ursachen für Handeln aus intrinsische Motivation können beispielsweise Freude, Interesse, Neugierde, Spaß, Glaube oder Selbstwirksamkeit sein. Extrinsische Motivation kann aus Belohnungen, Bezahlungen, Gruppendruck, Anerkennung, Entgehung einer Strafe entstehen, ist also vor allem ein Mittel zum Zweck. Wichtig ist aber zunächst zu sehen, dass die eine Form nicht besser ist als die andere oder umgekehrt. Genauso lässt sich eine Handlungsursache auch nicht pauschal als intrinsich oder extrinsich klassifizieren, da es sich immer um vielschichtige Phänomene dreht.

Allerdings zeigt sich, dass intrinsisch motivierte Handlungen zu größerer Flexibilität im Denken, höherer Kreativität, besseren Lernleistungen und eine positivere emotionale Befindlichkeit führen kann. Jugendarbeit lebt vor allem durch den Einsatz von freiwilligem, ehrenamtlichen Engagement lebt. Bezahlung oder großartige Belohnung im Sinne zusätzlicher extrinsischer Anreize wären für die Träger kaum leistbar. Daher ist die intrinsische Motivation für die Jugendarbeit besonders wertvoll und sollte gut beschützt und gefördert werden.

Selbst motiviert sein

Wenn man motiviert ist, macht dies vieles einfacher. Außer darauf zu achten, dass dies weiterhin so bleibt und die Motivation nicht in Übermut umschlägt gibt es hier eigentlich nichts zu tun. Fehlt die Motivation einmal, wird es schon etwas schwieriger. Wichtig ist dann zunächst zu erkennen, warum man demotiviert ist - dadurch ist man schon ein gutes Stück schlauer und kann die Ursachen dafür gezielt angehen. Im allgemeinen können folgende Dinge helfen, aus diesem "Loch" wieder herauszukommen:

  • Sich die positiven Auswirkungen der Tätigkeit/der Aufgaben vorstellen, vor der man steht. Sich die Erfüllung ausmalen, wenn das Ziel erreicht ist.
  • Große Aufgaben in kleine Schritte aufteilen
  • Andere Personen zu Rate ziehen oder um Hilfe bitten
  • Sich kleine Belohnungen bei Zielerreichung versprechen
  • Positive Attribution
  • Wenn gar nichts mehr hilft: Sich anderen Aufgaben(gebiete) zuwenden. Vielleicht ist Zeltlagervorbereitung ja wirklich nichts für mich und ich kann z.B. viel besser die Jugendgottesdienste vorbereiten.

Andere motivieren

Ob man sich gerade in der Rolle als Führungsperson vor Gruppenleiter oder als Gruppenleiter vor Gruppenkindern befindet macht eigentlich gar kein so großen Unterschied - die Mechanismen funktionieren ähnlich, müssen aber natürlich auf die Zielgruppe angepasst sein.

Ein paar allgemeine Tipps

  • Das Gegenüber ernst nehmen und ihm mit Respekt begegnen
  • Die Wünsche und Bedürfnisse des/der anderen kennen und sich darauf einlassen
  • Erwünschtes Verhalten loben und in schwierigen Situationen Mut machen
  • Ziele haben oder gemeinsam erarbeiten (realistisch, in Schritte unterteilt), Transparenz, fördern,
  • Vorbild sein, denn nur wer selber brennt kann das Feuer weitergeben.

Intrinsischen Motivation fördern

  • Eine positive Umgebung/Atmosphäre schaffen: In einer Leiterrunde z.B. frische Luft, gute Sitzmöglichkeiten, angenehmer Raum
  • Inhalte, z.B. einer Gruppenstunde an den Interessen der Teilnehmer ausrichten
  • Die Schwierigkeit von Aufgaben muss sich an der jeweiligen Leistungsfähigkeit orientieren. Überforderung und Unterforderung sind gleichermaßen ungünstig.
  • involviert sein, ausprobieren, diskutieren, Problemlösung
  • Ästhetische, originelle und lustige Materialien und Medien machen Lust auf eine Auseinandersetzung
  • Erleben von Autonomie - Spielräume zur eigenen Entfaltung ermöglichen
  • Partizipation, Wissen für alle zugänglich machen, Vertrauen, Verantwortung delegieren, transparente Entscheidungen fällen
  • Gemeinschaft stärken - Zusammen machen viele Aufgaben mehr Spaß und bringen mehr Erfolg
  • Erfolge auskosten, das schafft Reserven für schlechtere Zeiten
  • Für Abwechslung sorgen, um Eintönigkeit entgegenzuwirken und Flexibilität zu erhalten

Extrinsische Motivation fördern

  • Anerkennung (vor anderen)
  • Belohnung positiver Handlungen, statt materieller Belohnung allerdings mehr auf symbolische und verbale Belohnung setzen
  • Besonders Kinder erfüllen ungeliebte Aufgaben plötzlich rasend schnell, wenn sie sich dabei in einem Wettbewerb mit anderen messen können.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Fuchs, Schenker, Steiner, Wittstein - Führung in der Jugendarbeit, Books on Demand, ISBN 978-3837083712
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