Lagerfeuer

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Lagerfeuerromantik
Lagerfeuerromantik

Ein Lagerfeuer ist einfaches Holzfeuer, das im Freien abgebrannt wird und als Licht- und Wärmequelle dient. Meist wird dazu eine speziell präparierte Feuerstelle verwendet. Im Rahmen der Lagerfeuerrunde gehört ein solches Feuer zu einem der wichtigsten Programmpunkte eines Zeltlagers.

Inhaltsverzeichnis

Vorbereitung

Bevor eine gemütliche Lagerfeuerrunde stattfinden kann, müssen zunächst ein paar Vorbereitungen getroffen werden. Je nach Art und Umständen sind verschiedene Dinge zu klären: Neben den rechtlichen und sicherheitsrelevanten Voraussetzungen muss gegebenenfalls eine Feuerstelle angelegt, Feuerholz gesammelt und schließlich das Feuer aufgeschichtet werden.

Feuergenehmigung

Ein Feuer in der freien Natur benötigt meist eine spezielle Feuergenehmigung, die zuvor beim zuständigen Landratsamt eingeholt werden muss. Die Beamten dieser Behörde entscheiden dann, ob eine Genehmigung ausgegeben werden kann oder nicht. Voraussetzungen zur Ausgabe einer Genehmigung sind:

  • Vorhandener Feuerlöscher
  • Lager findet nicht in einem Naturschutzgebiet statt
  • Ausreichender Abstand zwischen einem Wald und der Feuerstelle (ca.30m)
  • Keine zu starke Trockenheit (erhöhte Waldbrandgefahr)

Feuerstelle

so genannte Pyramidenform
so genannte Pyramidenform

Zum Lagerfeuer gehört immer eine Feuerstelle. Nicht nur weil es gut aussieht, sondern auch weil es dem Schutz dient. Zuerst sollte der Ort der Feuerstelle festgelegt werden. Da das Lagerfeuer häufig das Zentrum der Veranstaltungen bildet, ist es sinnvoll die Feuerstelle als Zentrum des Lagerplatzes zu wählen. Zu beachten sind auch die Vorgaben des Landratsamtes (siehe oben). Die Feuerstelle sollte im Boden sein. Es genügt meist schon die sogenannten Grasnarben (Gras + Wurzel + Erde (Feuchtigkeitsspender für Wurzeln) auszuheben. Nun sollten die Ränder noch mit nicht brennbarem Material (Steine) gesichert werden.

Brennmaterial zum Nachlegen muss in ausreichendem Abstand zum Feuer gelagert werden.

Brennmaterial

Für ein Feuer braucht man einen Brennstoff, üblicherweise Holz. Doch welches Holz eignet sich am besten und woher bekommt man es?

Grundsätzlich gilt, dass das Holz möglichst trocken sein sollte, also schon eine Zeit lang liegt und somit eine Holzfeuchtigkeit von ca. 20% aufweist. Frisch geschlagenes Holz ist ungeeignet, da es eine viel zu hohe Feuchtigkeit hat und daher schlecht anbrennt. Optimale Brenneigenschaften hat trockenes Eichen- oder Buchenholz, diese erzeugen sehr große Hitze und haben eine lange Brenndauer. Nadelhölzer eignen sich bedingt, allerdings ist der Umgang mit diesen unangenehm, weil diese oft sehr harzig sind.

Sehr gutes Brennholz
Buche, Eiche, Esche
Gutes Brennholz
Ahorn, Birke, Fichte, Kiefer, Lärche, Ulme
Schlechtes Brennholz
Erle, Linde, Pappel, Weide, Kastanie, Wurzeln

Um Holz für Lagerfeuer und Lagerbauten eines Zeltlagers zu bekommen, ist in der Regel eine Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Förster hilfreich. Dieser kann möglicherweise ein Waldgebiet freigeben, in denen das liegende Holz herausgenommen werden darf oder sogar einzelne markierte Bäume gefällt werden dürfen. Oftmals gehört aber auch zum Zeltplatz bereits ein Stück Wald, das als Holzquelle genutzt werden kann. Allerdings ist dringend darauf zu achten, dass — sofern mit dem Waldbesitzer nicht anders vereinbart — ausschließlich totes Holz verwendet werden darf und keine lebenden Bäume verletzt oder geschlagen werden dürfen.

Vorrat

Damit dem Feuer nicht vorzeitig die Energie ausgeht, muss ein ausreichender Vorrat an Brennmaterial bereitstehen, dass nach und nach angelegt werden kann. Das zu Beginn aufgebaute und entzündete Feuermaterial kann, je nach Feuertyp, bereits nach einigen Minuten aufgebraucht sein. Für den erfolgreichen Verlauf der Lagerfeuerrunde muss also regelmäßig Holz nachgelegt werden, dass die Flammen weiter nährt. Es ist dazu allerdings oftmals weniger nötig als beim Entzünden des Feuers.

Wenn nach der Lagerfeuerrunde eine Nachtwache am Feuer verbleibt, muss der dafür notwendige Nachschub ebenso mit eingeplant werden. Auch wenn das Nachtwachenfeuer nur einen geringen Verbrauch hat, muss es dennoch die ganze Dauer der Wache durchbrennen. Besonders eignen sich dazu dicke Hölzer, die nur wenig brennen, dafür aber lange glühen und viel Hitze abstrahlen.

Das Holzlager sollte dabei nicht zu nahe an der Lagerfeuerstelle aufgeschichtet sein, um bei starkem Wind Feuerüberschläge auf den Vorrat zu vermeiden. Auch kann es sinnvoll sein, verschiedene Holzdicken zu verwenden und diese sortiert zu lagern, um für verschiedene Zwecke des Nachlegens gerüstet zu sein. Für ein hoch lodernd und hell leuchtendes Feuer sind beispielsweise dünne Äste und Reisig geeignet.

Aufbau

Es gibt verschiedene Arten, ein Feuer zu entzünden. Bei Zeltlager wird oft die Pyramidenform verwendet.

Als Zunder können Reisig, Papier und Kartonagen oder auch klein gehackte Scheite dienen. Es ist generell darauf zu achten, dass das Feuer nicht zu eng gebaut wird, da sonst die Sauerstoffzufuhr beeinträchtigt wird und im schlimmsten Fall das Feuer sofort erstickt.

Pyramidenfeuer
Großes Lagerfeuer in Pyramidenform mit über 4 m Flammenhöhe
Großes Lagerfeuer in Pyramidenform mit über 4 m Flammenhöhe
Die Pyramidenform ist weit verbreitet und sehr einfach aufzubauen. In der Mitte der Feuerstelle wird der Zunder gelegt und darum pyramidenförmig zuerst kleine und dann immer dicker werdende Äste aufgestellt und aneinander gelehnt. Ein Pyramidenfeuer kann auch nach dem Wind ausgerichtet werden und auf der windzugewandten Seite eine Öffnung erhalten.
Stapelfeuer
Ein Stapelfeuer besteht aus einzelnen Lagen aus zwei oder mehr mitteldicker bis dickerer Äste, die jeweils abwechselnd rechtwinklig zueinander ausgerichtet sind Die Äste bilden so einen quaderförmigen oder Quadratischen Raum, der im Inneren mit Zunder und dünneren Ästen und Reisig ausgefüllt wird. Damit lassen sich sehr große und vor allem sehr schnell brennende Feuer aufbauen.
Pagodenfeuer
Das Pagodenfeuer ist ein Stapelfeuer, bei dem die Äste nach oben hin kleiner werden, wodurch das Feuer nach oben immer enger wird.
Schichtfeuer
Ein Schicht- oder Gitterfeuer gleicht im Aufbau einem Stapelfeuer, allerdings werden hier statt Reisig in der Mitte komplette Lagen mit Ästen aufgeschichtet.
Sternfeuer
Bei einem Sternfeuer werden mehrere dicke Äste sternförmig aneinandergelegt und in der mitte mit Zunder und kleinen Ästen das Feuer entzündet. Wenn die dicken Äste nach und nach abbrennen und verglühen, können sie einfach von außen in die Mitte nachgeschoben werden. So herrscht dort immer große Hitze, die auch zum Kochen genutzt werden kann, bei sehr geringem Holzverbrauch.
Jägerfeuer
Ein Jägerfeuer wird zwischen zwei dicken Holzstämmen entzündet, die am besten nach dem Wind ausgerichtet sind. So lässt sich schnell genug Hitze aufbauen, um ohne weitere Hilfsmittel einen Topf zu erwärmen, den man auf die beiden Stämme stellt.
Grubenfeuer
Ein Grubenfeuer oder Polynesisches Feuer wird in einer Grube aufgebaut; dabei können sogar die Flammen unterhalb der Erdoberfläche bleiben. So es vor zu starken Wind und Sicht geschützt, wodurch natürlich das ausgestrahlte Licht erheblich eingeschränkt wird. Dabei kann man entweder dickere Scheite entlang der Grubenwände anordnen und mit mittig platziertem Zünder entzünden, oder auch ein kleines Pyramiden- oder Schichtfeuer in der Grube aufbauen. Bei dieser Feuerform ist auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu achten. Dazu kann ein zweites Loch, das als Tunnel mit der Feuergrube verbunden ist, nötig werden, das als zusätzliche Sauerstoffzufuhr dient.

Es sind auch Mischformen dieser Grundtypen zu finden, beispielsweise ein Pagodefeuer im inneren eines Pyramidenfeuers oder ein Stapelfeuer auf einem Jägerfeuer.

Abbrennen

Nach der Entzündung sollte das Feuer unter ständiger Aufsicht sein, zum Beispiel durch eine Feuerwache, die das Durchbrennen des Feuers beobachtet. Es besteht die Gefahr, dass Äste umfallen und Gras entzünden. Sollte ein brennender Ast umfallen, so kann dieser beispielsweise mit einer Schaufel wieder in die Feuerstelle zurück befördert werden. Gerät das Feuer außer Kontrolle, ist schnellstmöglich die Feuerwehr (Telefon: 112) zu alarmieren.

Weblinks

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