Jahresparole 2008
Aus Gruppenleiter Wiki
Als ich unsere neue Jahresparole zum ersten Mal hörte, fiel mir persönlich das Fußball Spielen ein. Auf dem heiligen Rasen habe ich selber des öfteren meinem Mitspieler den Satz zugerufen: “Mensch, schlag keine Wurzeln und beweg dich!”. Meist kam er dann auch in Bewegung, weil er ja auf keinen Fall Wurzeln schlagen wollte.
Nun kommt also die neue Parole der SMJ auf die Aussage, dass wir ‘verwurzelt’ leben sollen. Bleiben wir beim Fußball. Wer hier mitreden will, der muss Farbe bekennen. Ich muss mir einen Verein suchen, mit dem ich mich indentifiziere. Wo ich quasi Wurzeln schlage. Fan-Schal und Kutte in den Vereinsfarben und die richtigen Gesänge werden dann zum eindeutigen Erkennungsmerkmal. Natürlich, wie es sich für richtige Fans gehört, immer sportlich und fair play auf der ganzen Linie.
In der Schönstatt-Mannesjugend sind wir auch solche Fans. Wir haben sogar ein eigenes Vereinshaus: unser “Ur-Heiligtum”. Ja, sogar ein Logo in den Farben gelb, blau und weiß können wir vorweisen. Und nicht zu vergessen: die passenden Lieder, die wir ohne Probleme mitsingen können. Im Ergebnis sind wir also verwurzelt wie alle anderen, aber da ist ja noch der Auftrag es zu leben.
Ein Fußballtrainer sagte mir mal, dass das mit Schönstattgruppen bestimmt keine schlechte Sache ist, aber er sähe es lieber, wenn die zwölf Jungen sich zu einem zusätzlichen Training pro Woche treffen könnten. Also kurz um, die Gruppe müsse ausfallen. Nach vier Spielen und zusätzlichen Trainingseinheiten stellten wir fest, dass die Jungs viel schlechter spielten als zu der Zeit, wo wir uns noch zur Gruppenstunde trafen. Nach einem langen Gespräch kamen wir drauf, dass die Fußballer nicht mehr verwurzelt lebten. Sie brauchten den Rahmen ihrer Schönstattgruppe als Ort, wo sie neue Dinge entdecken und ausprobieren konnten und wo sie sich im Bündnis als eine echt starke Truppe erlebten. Das Ende der Saison krönten sie mit dem Titel des Kreismeisters und einem Dank an ihrem Bildstock der Gottesmutter. Natürlich mit ihrem Trainer! Der Trainer ist, ohne dass es von mir so geplant war, zu dem Menschen geworden, den ich bewegen wollte.
Den Menschen bewegen – die zweite Aussage unserer Jahresparole, setzt also bei uns an. Wir sind angesprochen auf den Menschen zuzugehen und ihn zu bewegen, ihm aufzuzeigen, wie wir verwurzelt leben und daraus Verantwortung für uns und für andere übernehmen. Bestimmt werden wir auf unserem Weg nicht beim erstbesten Freund, Mitschüler, Sportkamerad, Arbeitskollegen, Mitstudent usw. auf ein offenes Ohr treffen. Aber mit der Aufmerksamkeit, wo wir auf ihn zugehen und ihn bewegen, da wird er neugierig werden nach mehr.
Gut, dass wir jetzt eine Jahresparole haben, die uns hier stärkt und uns als Mannesjugend anspornt: Verwurzelt leben – den Menschen bewegen.
