Gruppenstunde zu Temperamente

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Komm, wir finden einen Schatz

Vorbereitungen und benötigtes Material:

  • Truhe mit Spiegel
  • Gleiche Zettel für Steckbriefe (1.Fußspur)
  • Wappen (3. Fußspur)
  • Bilder von Menschen zum Auslegen (7. Fußspur)
  • Evtl. Süßigkeiten für Picknick (6. Fußspur)
  • Aus buntem Papier ausgeschnittene Blumen (8. Fußspur)

Ablauf

Das Buch „Das kleine Ich-bin-ich“ wird entweder beim Einstieg als Schattentheater vorgespielt und vorgelesen, oder als erste Fußspur.

Für die Gruppenstunde werden Fußspuren zu einer Schatztruhe ausgelegt. Die Kinder ziehen eine Fußspur nach der anderen...


Texte für Fußspuren:

1. Hallo. Darf ich mich vorstellen? Ich bin das kleine Ich-bin-Ich. Ihr habt mich schon kennengelernt, richtig? Habt ihr Lust mit mir auf Schatzsuche zu gehen? Ich lade euch herzlich ein. Also, ihr seid dabei, oder? Bevor es richtig losgeht möchte ich natürlich wissen, wer alles in der Expeditionstruppe dabei ist. Schreibt mir also einen Steckbrief, aber bitte ohne eurem Namen drauf und noch ohne, dass andere etwas davon sehen. Und ganz wichtig: Ich möchte auch gerne wissen, was ihr besonders gut könnt. Schreibt also auch eure Fähigkeiten mit drauf.

2. Wow, nun kenne ich alle, die mit mir auf Schatzsuche gehen. Bei einer gelingenden Expedition muss der Expeditionsleiter aber auch sicher gehen, dass die Mitglieder sich auch untereinander sehr gut kennen und sich jeder auf den anderen verlassen kann, auch in gefährlichen Situationen. Ich weiß, ihr kennt euch inzwischen so richtig gut. Deshalb ein kleiner Test: Legt die Steckbriefe zusammen und mischt sie. Dann verteilt die Steckbriefe. Jede hat jetzt einen fremden Steckbrief. Überlegt euch, wem der Steckbrief gehört. Dann werden der Reihe nach die Steckbriefe zurückgegeben. Woher wusstet ihr, wem der Steckbrief gehört?

3. Ihr seid klasse. Ihr kennt euch echt gut. Und weil ich nun weiß, dass ihr ein klasse Team seid, brauchen wir auch ein gemeinsames Wappen. Jede bekommt ein kleines Teil des Wappens. Teilt euer Stück in drei Felder auf und malt in die Felder je Symbole für eure Vergangenheit, eure Zukunft und eure Gegenwart. Dann klebt ihr die Teile zu eurem Gruppen-Wappen zusammen. Bitte vergesst auch mich nicht auf dem Wappen, ja?

4. So, jetzt kann es endgültig losgehen. Kommt mit, es geht raus aus (Ort, in dem ihr gerade seid). Dort über den Hügel, an der Scheune vorbei und in den dunklen Wald. Wir werden weit zu gehen haben. Doch schaut mal dort!!! Da ist ein Baum umgefallen! Was machen wir jetzt? Da gibt es verschiedene Typen von Menschen, (wisst ihr welche, und wie sie sich verhalten?) und jeder handelt anders:

a) Choleriker: Der regt sich auf über den Baum. Was soll das, dass der Baum da liegt. Wer hat den Baum da hingelegt? ...

b) Melancholiker: Der setzt sich auf den Baum und fragt sich, warum das gerade ihm passiert ist. Warum ist der Baum genau hier umgefallen und warum genau auf meinen Weg? ...

c) Sanguiniker: Der freut sich, dass da ein Baum liegt. Er geht hin und hüpft über den Baum, und wieder zurück, und wieder vor, zurück, vor...

d) Phlegmatiker: Ihn stört der Baum gar nicht. Er geht drüber und läuft weiter. Was für ein Baum?...

Wie handelt ihr? Findet ihr leichte Ähnlichkeit mit einem dieser Typen?

5. (vielleicht nur die Älteren) Überlegt euch ein kleines Schauspiel, das ihr mir nachher vorspielt, zu folgender Szene: In einer Firma hat der Chef (Sanguiniker) zu einer wichtigen Sitzung gerufen. Verschiedene Temperamente sitzen am Tisch. Es wird heiß diskutiert... (Es können auch andere Szenen verwendet werden, z.B. Familienrat über Ausflugsziel, Untergang der Titanic...)

6. So, den Baum hätten wir hinter uns. Wisst ihr was, dort vorne ist eine Bank. Da ruhen wir uns aus. Habt ihr Lust auf ein kleines Picknick? (...) Mensch, da fühlt man sich gleich besser. Aber der schönste Augenblick meines Lebens ist das jetzt doch nicht. Der, das könnt ihr euch sicherlich schon denken, war, als ich endlich wusste, wer ich bin: Das kleine ICH-BIN-ICH!!! Habt ihr auch solche wunderschönen Erlebnisse? Überlegt euch doch mal, was der schönste Augenblick in eurem bisherigen Leben war. Schreibt ihn auf. Wenn ihr wollt, dürft ihr dann auch davon erzählen.

7. Nach dieser Stärkung geht’s gleich weiter. Kommt mit! Es warten noch große Abenteuer auf uns. Oooooh, seht ihr dort vorn die dicke Mauer? Seht ihr sie? Mit den vielen kleinen Türen und den vielen verschiedenen Wächtern davor? Die Türen sind ja so klein, dass da nur eine Person durchpasst! Ich glaube, das muss sich jetzt jede selbst überlegen, durch welche Tür sie will. Welcher Wächter lässt mich wohl durch? Der dort drüben jagt mich bestimmt gleich wieder fort. Ich glaub, den Wächter finde ich sympatisch, den frag ich jetzt einfach. Tschüß, wir sehen uns dann hoffentlich hinter der Mauer wieder. Hier werden verschiedene Gesichter ausgelegt, die aus Zeitschriften, Zeitungen… ausgeschnitten wurden. Jede soll sich überlegen, welches Gesicht ihm sympatisch ist. Vielleicht auch mit Begründung.

8. Tatsächlich, jede hat es geschafft durch die Mauer zu kommen. Wo sind wir denn jetzt? Eine wunderschöne Blumenwiese erstreckt sich vor uns, seht ihr sie? Blaue und rote und gelbe Blumen, glitzernde und matte, kleine und große. Die Blumen sind etwas ganz Besonderes. Jede dieser Blumen zeigt, wenn man tief in ihr Herz blickt, einen Traum, eine Sehnsucht, einen Lieblingswunsch eines Menschen. Was steht in eurer Blume? Was für Träume, Sehnsüchte und Wünsche habt ihr? Schreibt die doch für euch selbst auf. Vorbereitete Blumen werden verteilt. Jeder schreibt seine Sehnsüchte, Wünsche darauf.

9. Durch die Blumenwiese geht ein kleiner Pfad. Seht ihr in der Ferne den schönen Platz unter den Bäumen an denen lauter Hängematten hängen? Ihr legt euch alle rein, schließt die Augen und ich erzähle euch etwas...--> Meditation

Beispiel für Meditation für 9. Fußspur:

Ich werde ruhig. Ganz ruhig. Ich schließe meine Augen und atme tief ein und aus. Atme gleichmäßig. Spüre, wie mein Atem in mich einfließt, mir Kraft gibt, und wie ich mich beim Ausatmen entspanne. Ich spüre mich, spüre meine Arme, die locker neben mir liegen. Spüre meine Beine, meine Füße, jede einzelne Zehe. Ich liege in der Hängematte und der Wind streicht über mein Gesicht. Der Wind lässt die Baumwipfel über mir rauschen. Sie schwingen leise im Wind hin und her, hin und her, wie auch ich in der Hängematte hin und her schwinge, hin und her, immer weiter. Ich fühle mich leicht wie eine Feder im Wind. Nun horche ich in mich hinein. Was tut sich in mir? Ich werde die Frage einfach nicht los: Wer bin ich? Wozu gibt es mich? Kann es sein, dass ich eine besondere Aufgabe im Leben habe? Ich wünschte, ich könnte Gott fragen, warum er mich erschaffen hat. Es ist, als ob etwas in mir ans Licht kommen möchte. Ich habe viele Fähigkeiten. Dinge, die ich ganz besonders gut kann. Eigenschaften, die mich besonders auszeichnen. Ich erinnere mich an Augenblicke, Menschen Erfahrungen, die mich ausgefüllt haben. Aber auch an jene, die mir Leid bereitet haben. Momente des Glücks und der Geborgenheit, Momente des tiefen Schmerzes und der Enttäuschung. Und dann gibt es in mir auch Träume. Meine Träume, meine Sehnsüchte, meine Lieblingswünsche. Vielleicht sind diese Träume meine Ziele? Was habe ich für Ziele? Habe ich Vorbilder? Gibt es in meinem Leben Menschen, die mich besonders beeindruckt haben? Ich-bin-Ich. Kann ich das von mir sagen? Oder spiele ich oft eine andere Rolle. Nein, ich bin ich. Auch wenn es manchmal schwer ist, zu sich zu stehen, und nicht im Strom mitzuschwimmen. Ich-bin-Ich. Ich. Ich, so wie ich in der Hängematte liege und mich vom Wind hin und her schaukeln lasse. Ich spüre meine Füße, meine Beine. Neben Mir liegen meine Arme. Ich atme ruhig und gleichmäßig. Ich öffne meine Augen und schaue mich um. Sehe die anderen Expeditionsmitglieder.... Und den Schatz, der wir gefunden haben....Jede darf jetzt hineinschauen, nacheinander.

In der Truhe ist ein Spiegel. Vielleicht auch noch eine Perle für jede?

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