Gruppenphasen
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Gruppenphasen sind ein Modell zur Betrachtung der verschiedenen Stadien, die eine Gruppe während ihres Bestehenszeitraums durchläuft.
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Vorbemerkung
Wie für alle Modelle gilt hier, dass es sich hierbei um eine Verallgemeinerung und eine Annäherung an die Realität handelt. Beispielsweise können einzelne Phasen übersprungen oder in einer anderen Reihenfolge durchlaufen werden. Dennoch kann das Wissen über solche Prozesse für einen Betreuer von großer Wichtigkeit sein, um ein besseres Verständnis für verschiedene Verhaltensweisen zu entwickeln. Auch auf Freizeiten, bei denen sich die Gruppenmitglieder vorher nicht oder nur wenig kennen, sind solche Prozesse zumindest in Teilen beobachtbar.
Kennenlern- und Orientierungsphase
Merkmale
Die Gruppenmitglieder sind sich einander noch unbekannt und machen erste Gehversuche aufeinander zu. Es besteht noch eine große Unsicherheit, die sich auch in großer Zurückhaltung oder Clownereien zeigen kann. Grenzen werden ausgetestet.
Handlungsmöglichkeiten für den Gruppenleiter
Wichtig ist die Teilnehmer miteinander in Kontakt zu bringen und Hemmungen zu überwinden, z.B. durch Kennenlernspiele. Unsicherheit durch Schaffung einer positiven Atmosphäre den Wind aus den Segeln nehmen. Klare Anweisungen und Strukturen vorgeben sowie klare Grenzen ziehen. Allgemein ist die erhöhte Aufmerksamkeit der Gruppenleitung gefragt, denn Fehlentwicklungen sollten möglichst früh verhindert werden. Später ist dies womöglich nicht mehr oder nur noch sehr schwer möglich, denn so wie es anfängt geht es in der Regel auch weiter. Gemeinsame Gruppenregeln erarbeiten.
Machtkampf- und Kontrollphase
Merkmale
Nachdem das erste „Abtasten“ erfolgt ist, wird nun (unbewusst) die Frage der Rollenverteilung in der Gruppe zu. Rivalitäten, Koalitionsbildung, Rangeleien, Rangkämpfe sind hier wichtige Stichworte. Dies ist zunächst einmal nichts Schlechtes, sondern etwas ganz normales, denn jedes Mitglied muss seinen Platz in der Gruppe finden.
Handlungsmöglichkeiten
Den Rang“kämpfen“ Raum geben, aber darauf achten, dass diese nicht aus dem Ruder laufen. Gleichzeitig durch Kooperationsspiele oder Spiele ohne Sieger für Zusammenhalt sorgen. Auf Versuche aus der Gruppe, die Autorität der Gruppenleitung in Frage zu stellen nicht einlassen. Gemeinsame Gruppenregeln durchsetzen, eventuell auch Nachbesserung.
Vertrauensphase
Merkmale
Die Gruppenmitglieder sind nun miteinander vertraut und der Gruppenzusammenhalt erreicht seinen Höchstwert. Es besteht allerdings die Gefahr, dass einzelne bei dieser Entwicklung außen vor bleiben.
Handlungsmöglichkeiten
Wettkämpfe gegen andere Gruppen machen hier besonders viel Spaß. Acht geben, dass niemand ausgeschlossen wird und auch abweichende Ansichten als die Mehrheitsmeinung in der Gruppe akzeptiert werden. Kompromisse einüben und Entscheidungen demokratisch fällen. Identitätsstiftende Symbole (Gruppenname, Gruppenfahne, Gruppensong, Gruppenwappen etc.) werden nun gerne erarbeitet und gehen leicht von der Hand.
Differenzierungsphase
Merkmale
Die Gruppe läuft in sich nun sehr gut, der Einzelne, immer noch stark in der Gruppe verankert, tritt mit seiner Persönlichkeit nun jedoch wieder stärker in den Vordergrund, was vom Rest der Gruppe auch akzeptiert werden kann. Konflikte werden im Idealfall innerhalb der Gruppe selbstständig gelöst. Gruppenregeln werden inzwischen selbstverständlich eingehalten.
Handlungsmöglichkeiten
Die Gruppenleitung kann sich nun verstärkt in Zurückhaltung üben und der Gruppe mehr Eigenverantwortung übertragen. Projektarbeit und mehr Mitbestimmung sind hier wichtige Stichworte. Das Programm sollte auch verstärkt die Möglichkeit bieten die Fähigkeiten und Interessen des einzelnen Gruppenmitglieds zur Geltung zu bringen. Vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten sind gefragt.
Ablösephase
Merkmale
Die Freizeit geht zu Ende oder eine langjährige Gruppenstunde wird sich zum Beispiel aus bald auflösen. Aller Abschied ist schwer, weshalb Erschöpfung (-> Anstrengung, Sättigung) , Nervosität, Unruhe (->Zukunftsunsicherheit), und Trauer (-> Trennung) als Begleiterscheinungen auftreten können.
Handlungsmöglichkeiten
Erschöpfung nicht auf Teufel komm raus übergehen, sondern bei ernsthaftem Bedarf es auch einmal ruhiger angehen lassen. Bei aufkommender Unruhe die Wogen glätten und die Zügel ruhig auch wieder enger an die Zügel nehmen. Um mit der Trauer besser Altersgründen umgehen zu können, gemeinsam überlegen, in welcher Form man in Kontakt bleiben kann. Raum für Abschied geben.
Weblinks
- Seite zum Thema Gruppenphasen der Fachstelle Ministranten des Referats Kirchliche Jugendarbeit in der Erzdiözese Freiburg
