Gebet

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Ein Gebet ist eine ritualisierte Form der Kontaktaufnahme mit Gott.

Inhaltsverzeichnis

Hinführung

Gott begegnet uns in unserem Leben überall, in einer kleinen Blume genauso wie im großen Weltereignis, beim Spielen in der Gruppe oder in der Stille. Deshalb ist es möglich, sich an ihn zu wenden. Wir müssen uns nur ein wenig Zeit dafür nehmen und mit ihm darüber reden. Wenn wir das tun, nennen wir das beten.

Allgemeines

Das Beten ist etwas ganz persönliches. Es ist deine Verbindung zu Gott. Wie du diese Verbindung gestaltest ist dir selbst überlassen. Doch gibt es auch etwas zu beachten (siehe zum Beispiel: Telefongespräch mit Gott). Du solltest dein Gebet nämlich nicht nur darauf beschränken, wenn es dir schlecht geht. Gott freut sich auch darüber, wenn du ihm für etwas schönes dankst. Ebenso sollte das Gespräch nicht auf den Sonntag beschränkt sein ("Einmal in der Woche in den Gottesdienst zu gehen reicht doch als Gebet!"). Gott ist immer erreichbar!

Was ist alles Gebet?

Die drei Gebetsgruppen

Es gibt drei Gebetsgruppen. Diese kann man zu einem zeitlichen Zusammenhang und einer Christlichen Tugend zuordnen.

Zeit Tugend Gebetsgruppe
Vergangenheit Glaube Dank
Zukunft Hoffnung Bitte
Gegenwart Liebe Lobpreis

Der Dank bezieht sich immer auf die Vergangenheit. Man dankt für all das was geschehen ist. Darin spiegelt sich der Glaube an Gott und sein Wirken des Betenden. Die Bitte ist immer in die Zukunft gerichtet (z.B. "Bitte bewahre uns vor ..."). Sie zeigt die Hoffnung des Betenden auf Besserung und Veränderung durch Gott. Der Lobpreis ist das, was der Beter in diesem Augenblick tun kann, um Gott zu zeigen, dass er ihn liebt. Es ist ebenso der Umkehrschluss möglich, dass Gott uns jetzt, im Augenblick des Lobpreises, liebt.

Ganzheitliches Gebet

Doch das Gebet muss nicht zwangsläufig etwas artikuliertes sein. Gebet kann auch einfach nur Da-Sein bedeuten (wie zum Beispiel in der Kontemplation). Es sollte vor allem ganzheitlich sein. D.h. es sollte den ganzen Menschen betreffen. Alles, was der Mensch tut, sollte Gebet sein. Dies formulierte z.B. Ignatius von Loyola so: "In allen Dingen Gott suchen und finden." Der Gründer der Schönstatt-Bewegung Pater Josef Kentenich erweiterte es noch durch den Zusatz: "und lieben." Dies ist das große Ziel eines Betenden: Gott suchen, Gott finden, Gott lieben.

Arten von Gebet

Das gesprochene Gebet

Das gesprochene Gebet sollte sinnvoll überlegt und gut eingeordnet sein. Achte auf passende Situationen oder schaffe solche. Je persönlicher das Gebet gestaltet ist, je mehr es mit dem Leben zu tun hat, umso besser ist es. Entscheidende Bausteine sind:

  • Anrede
  • Situation
  • Dank und Bitte
  • Schluss

Gut ist es, solche Gebet auch mit einem oder mehreren Liedern zu gestalten. Denn sprichwörtlich heißt es: Wer singt, betet doppelt.

Tischgebete

Tischgebete sind dazu da, sich auch vor und nach dem Essen kurz an Gott zu erinnern, dem wir all diese Gaben verdanken. So darf man Gott vor dem Essen Gott dafür danken, welche Speisen er für uns heute wieder vorbereitet hat. Wir dürfen aber auch für die Menschen danken, die es für uns zubereitet haben und mit denen wir essen. Wir dürfen auch derer gedenken, die vielleicht nicht so viel zu essen haben wie wir und dürfen deshalb Gott bitten ihnen auch ihre Mahlzeiten zu geben.

Danken dürfen wir nach dem Essen auch, dass Gott uns gestärkt und gesättigt hat. Um anschließend ihn noch für den Segen der nächsten Zeit zu bitten.

Fürbitten

Bsp. des Gelähmten, der über das abgedeckte Dach zu Jesus gebracht wurde. Er sagt: Euer Glaube hat ihm geholfen. Wir können also auch stellvertretend für jemanden bitten. Jesus betrachtet unseren Glauben und heilt dann.

Rosenkranz

Der Rosenkranz ist ein meditatives Gebet. Das Wiederholen bestimmter Worte spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Wert der Wiederholung liegt nicht in der Anhäufung der Worte, sondern im Rhythmus des Sprechens, der die Seele zur Ruhe kommen lässt und sie auf die Begegnung mit Gott einstimmt. Papst Johannes Paul II. beschrieb es einmal so: "Rosenkranz beten ist nichts anderes, als mit Maria das Antlitz Christi betrachten." Die einzelnen Gebete werden symbolisch als "Rosen" gedeutet, die einen "Kranz" bilden. Der Kranz ist Symbol des ewigen Lebens. Wenn du einen Rosenkranz beten möchtest, aber nicht weißt, wie das geht, dann kannst du das Gotteslob zur Hilfe nehmen. Darin ist er beschrieben.

Stundengebet

Das Stundengebet ist ein Gebet der Kirche. Es kommt daher, dass die Mönche stündlich ein Gebet verrichteten.

Im Stundengebet werden die Psalmen gebetet und verschiedene Lesungen aus dem AT und NT gelesen. Durch die Psalmen sind wir auch mit den Juden und vor allem auch mit Jesus verbunden, der sie auch gebetet hat (z.B. "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" Psalm 22).

Das kontemplative Gebet

Unter Kontemplation (von lat. contemplare: „anschauen, betrachten“) versteht man die beschauliche Betrachtung. Sie kann im meditativen Gebet erreicht werden. Meist hilft es, wenn der Herr selbst (in der Anbetung) zugegen ist. Sie ist wohl die Höchstform des christlichen Gebetes.

Das Ziel der Kontemplation ist es, sich für Gottes Geist zu öffnen. Dies kann in drei Schritten erfolgen:

  1. Reinigung
  2. Erleuchtung
  3. Seeleneinheit mit Gott.

Gebet in der Gruppe

Elemente im Gebet

  • Tanz
  • Weihrauch
  • Kerzen
  • Singen (Liedrufe, Kanon,...)
  • CD
  • Bilder

Tipps

  • Mit einem klaren Zeichen den Beginn des Gebets setzen. Deshalb sollten die Gebetszeit mit dem Kreuzzeichen beginnen. Dies ist gerade beim Tischgebet hilfreich und verhindert Unruhe.
  • Auf die Atmosphäre kommt es an. Nicht neben Colaflaschen und Chipstüten ein Kreuz legen und fertig. Wenn möglich einen eigenen Raum haben und diesen entsprechend gestalten (Kreuz, Tücher, Kerzen,...)
  • Kreativ sein. Kann ich das Gebet mit einer Aktion verbinden? Siehe Abschnitt Elemente im Gebet
  • Vorbereiten. Es lässt sich nicht immer alles aus dem Ärmel schütteln.
  • Überzeugt sein. Ich kann nicht in der Gruppe beten, wenn es mir selbst nichts bedeutet.

Weblinks

Literatur

Allgemeine Literatur

Allgemeine Gebetsbücher

Kinder- und Jugendgebetsbücher

  • Hitzelberger, Schoch: Du bist da. Gebete zum Plan für den Kindergottesdienst. Junge Gemeinde, 2009 und 2010.
  • Pereira, Schwikart: Jugend und Gott: Gedanken und Gebete. Butzon & Bercker, 2005. ISBN 978-3766606426
  • Anselm Grün: Komm in Berührung: Jugendgebete. Herder, 2008. ISBN 978-3451288661
  • Rosen, Rimmel: Du bist da: Jugendgebetbuch. Pattloch, 1998. ISBN 978-3629010766
  • Bruno Griemens: Online to he@ven. Jugendgebete. Butzon & Bercker, 2009. ISBN 978-3766613080
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