Bibliodrama

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Als Bibliodrama bezeichnet man eine Methode zur Bibelarbeit mit Gruppen. Dabei wird ein Bibeltext nach eigenem Ermessen der Teilnehmenden szenisch dargestellt.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung

Bei einem Bibliodrama geht es nicht darum, eine Bibelstelle vor einem Publikum darzustellen. Vielmehr ist das Ziel, durch die Erfahrung des Spiels sich neue Sichtweisen zu erschließen und die Botschaft, die in dieser Stelle steckt, erfahrbar zu machen. Dafür sollte ausreichend Zeit vorhanden sein. Das Bibliodrama in einem Gottesdienst einzusetzen, ist daher schwer bis unmöglich, jedoch können einzelne Elemente des Spiels herausgegriffen werden.

Leitung

Die Leitung hat die Aufgabe, das Spiel anzuleiten, das bedeutet zu erklären, zu moderieren und zu strukturieren. Sie nimmt während des Spiels selbst keine Rolle ein. Wichtig ist, dass die Leitung ein tieferes Verständnis für den Bibeltext besitzt. Denn nur dann ist es ihr auch möglich Fragen dazu zu beantworten und eingreifen zu können, wenn sich das Drama in die falsche Richtung entwickelt. Zudem hat sie die Aufgabe zwischen den Polen "Bibeltext - Gruppe - Individuum" für einen Ausgleich zu sorgen.

Verlauf

Hinführung

Zunächst einmal wird der herausgesuchte Bibeltext mehrmals laut vorgelesen. Dann wird überlegt, welche Rollen (das können z.B. auch Gegenstände sein) die Bibelstelle hergibt. Offene Fragen werden geklärt und der erste Eindruck ausgetauscht. Der Bibeltext wird noch einmal vorgelesen. Der Spielleiter verortet anschließend die Handlungsschauplätze im Raum. Die Mitspieler spüren dem Gehörten nach und suchen sich durch Umherlaufen ihre Rolle.

Spiel

Zunächst findet durch die Spielleitung zur Vorstellung und Einführung ein kleines Interview mit den teilnehmenden Rollen statt. Anschließend wird das interaktive Spiel gestartet. Die Teilnehmer werden ohne Auswirkung von außen ihrem Spiel überlassen. Schließlich beendet die Spielleitung zu einem geeigneten Zeitpunkt das Drama und die Teilnehmenden steigen wieder aus ihren Rollen aus.

Auswertung

Zum Abschluss sollte nach einer kurzen Pause noch eine Reflexion erfolgen, um das Erlebte verarbeiten und die Sicht der Mitspieler verstehen zu können.

Kritik

Ansatzpunkte für Kritik bilden die starke Emotionalisierung und die Beliebigkeit der Darstellung. Die Spielleitung hat jedoch hier die Möglichkeit, diese Kritikpunkte deutlich zu entkräften, indem sie sich angemessen nah an den Originaltext hält.

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Naurath, Elisabeth: Bibliodrama Theorie - Praxis - Reflektion, Kohlhammer Verlag, ISBN 978-3170171800
Persönliche Werkzeuge