Aufwärmen für Schauspieler

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Das Aufwärmen eines Schauspielers kommt dem des Sportlers nahe: Wenn der Sportler sich nicht aufwärmt geht er die Gefahr ein, durch das fehlende Aufwärmen nicht die Leistung zu bringen, die er mit Aufwärmung vollbringt. Für Schauspieler wie für Sportler ein essenzieller Bestandteil!

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung

Wie im oben genannten Beispiel ist es für Schauspieler sehr wichtig sich aufwärmen. Das Aufwärmen ist Teil des Stückes und der Probe. Mathematisch ausgedrückt: "Je mehr Aufwärmen, desto höher die Schauspielerische Leistung." Professionelle Schauspieler wärmen sich in der Regel in einer Dauer von 30 bis 90 Minuten auf. Doch nicht nur ein Profi sondern auch ein Amateur bedarf der Aufwärmung, so wie sich nicht nur Profisportler, sondern auch Hobbysportler aufwärmen. Bei ihnen gilt die Regel der Aufwärmdauer ungefähr auch. Im Falle einer kleinen Szene (also eines Szenenspiels und Teil des Schauspielcontests) bedarf es zwischen 10 bis 25 Minuten Aufwärmzeit.

Übungen

Einstiegsübung

Zum Einstieg jeder Aufwärmphase gibt es eine Standartübung den Schauspieler auf die Aufwärmphase, auf das Schauspielern und vor allem auf das Präsentieren und Darstellen einstimmt.

Bewegungsübung

Die Standartbewegungsübung gibt es in verschiedenen Variationen, doch eine Grundlegende Sache ist immer gleich: Die Schauspieler bewegen sich rotierend im Kreis. Der Sinn der Bewegung ist es das man sich der durchgeführten Bewegung und der nächsten Bewegung bewusst wird. Man versucht den nächsten Schritt im Voraus zu bedenken und immer eine halbe Sekunde vor der Bewegung zu sein. Man beginnt erst so zu laufen, dass jeder erkennt: "Ach das ist ja der...". So das man seine eigene Standard Gangart erfasst.

Danach gibt es verschiedene Variationen: 1) Man beginnt die Bewegungen ins Maximal und Minimal der Bewegung zu verändern. So dass man einmal ganz erdrückt und kleinschrittig läuft und einmal ganz frei, fast fliegend und mit riesigen Schritten läuft. 2) Man beginnt wie Klischees zu laufen: ein Betrunkener, ein Model, eine Nonne, ein Akademiker, etc. 3) Man läuft schnell, langsam, rasend und mäßig.


Pantomimische Übungen

Pantomimische Übungen helfen dem Schauspieler den Körper als ganzes und jede Bewegung als aussagekräftig zu betrachten.

Kaffeetrinken

Die Schauspieler setzen sich im Kreis hin. Ein Arm stellt ein Tablett dar und wird horizontal ausgerichtet. Auf dem Tablett stehen nun eine Kaffeetasse, eine Kaffeekanne, eine Milchkanne, ein Löffel und eine Zuckerschale. Nun wird das Kaffeetrinken dargestellt.

Hinweis: Es ist Sinn der Übung jede Bewegung vollends auszuführen, da man sonst die geschaffene Illusion zerstört.

Seilziehen

Die Schauspieltruppe wird in zwei Hälften geteilt und stellt sich wie beim Seilziehen gegenüber. Auf Kommando wird das unsichtbare Seil aufgehoben und das Seilziehen wird dargestellt.

Hinweis: Es ist wichtig das das Seil nicht nachgibt, also wenn eine Hälfte stärker zieht und nach hinten geht muss die andere Hälfte mit gehen. Anspannung soll gezeigt werden, z.B. durch das Anspannen des Halses.

Losgelassen werden darf auch ;).

Hass/Liebe auf Distanz

Es werden Paare gebildet. Jedes Paar stellt sich mit einen Abstand von 2m gegenüber. Nun wird Gewalt (eine Schlägerei) und Liebe (zugespielte Zärtlichkeiten) in Zeitlupe dargestellt, d.h. der eine schlägt, der andere reagiert; der eine küsst der andere reagiert.

Emotionen

Die Truppe stellt sich im Kreis auf. Es sollen auf Kommando verschiedene Emotionen im Freeze dargestellt werden.

Hinweis: Wieder spricht der ganze Körper und nicht nur die Mimik.

Energiefelder

Eine Fläche auf/in der Geprobt wird, wird in zwei "Energiefelder" aufgeteilt. Jetzt beginnen die Schauspieler sich im Kreis zu drehen. Wenn sie auf das Energiefeld kommen stellen die eine Lebenseinstellung/eine Emotion dar. Meistens werden die Energiefelder so eingeteilt das ihre Bedeutung genau das Gegenteil des anderen Feld ist.

Beispiel: Energiefelder: Kind <-> Jugendlicher, Revolutionär <-> Mainstream-Person, Trauer <-> Freude

Diashow

Die Gruppe wird in 3er- und 4er-Gruppen geteilt. Einer hält einen Vortrag über den letzten Urlaub. Wenn er z.B. sagt und da waren wir wandern, stellen die anderen der Gruppe die Situation in einen Freeze für ein paar Sekunden da.

Dehnübungen

Das Dehnen beim Aufwärmen ist, bis auf die zwei untengenannten Besonderheiten, gleich wie bei dem Dehnen der Sportler. Bis aus das das Dehnen der Schauspieler nicht besonders aufs Strecken wert legt sondern eher auf das Lockern.

Schulterlockern

Man drückt mit den Zeige- und Mittelfinger des einen Arms in die Vertiefung Auf der Schulter und dreht den dazugehörigen gleichzeitig rückwärts. Bei richtiger Ausführung sollte nach drei bis vier mal drehen ein leichtes Knacken im Schulterbereich zu vernehmen sein.

Abschütteln

Das Abschütteln ist eine deutende Dehnübung des Schauspiels. Man schüttelt mit viel Energie Arme und Beine als wolle man ein unangenehmes Insekt vom Körper wegschleudern.

Reaktionsübungen

Reakionsübungen sind ein wichtiger Bestandteil der Aufwärmphase und essenziell für Improvisationsübungen.

Klatschspiel

Das "Klatschspiel" ist ein Klassiker des Theaters: Man stellt sich im Kreis auf und gibt ein Signal durch klatschen in die eigenen Hände an die nächststehende Person weiter. Dabei ist es wichtig dass das Signal nicht nur ausgeführt wird, sondern dass die Person während des Klatschens angeschaut wird und das diese auch schaut.

Dazu gibt es auch einen klassischen Ablauf: 1) Personen geben sich das Signal im Kreis nur in eine Richtung weiter 2) Personen geben sich das Signal im Kreis weiter, mit spontanen Richtungswechsel 3) Personen geben sich das Signal durch den Raum weiter, d.h. wie einen Ball der zwischen den Personen hin- und hergeworfen wird.

Peter und Paul

(siehe Peter Paul)

Sprachliche Übungen

Es ist wichtig vor dem Auftritt sprachliche Übungen durchzuführen, ohne kann es sein, das die Person heiser wird.

Lautstärke

Die Gruppe stellt sich im Kreis auf und beginnt langsam von 1 (= sehr leise) und 20 (= fast schreien) aufzuzählen und runter zuzählen.

Hinweis: Lautstärke 12-15 ist das Ideal auf der Bühne.

Textübung

Ein kurzer Text wird ausgeteilt. Die Gruppe sammelt sich. Jeder Person wird eine Emotion/eine Lebenseinstellung zugeschieben. Es wird dann mit der Emotion in der Gruppe laut vorgelesen.

Beispiel: traurig, betrunken, zornig, fröhlig, demonstrierend, etc.


Darstellende Übungen

Gehören nicht mehr zum Sortiment einer Aufwärmphase sondern sind zum Teil schon Entwicklungsmöglichkeiten einer Szene.

Freie Improvisation

Es gibt keine Rollen und keine Haltung, alles entsteht durch spielen, bzw. improvisieren.

Situationsimprovisation

Die Rollen und eine Situation werden vorgeschrieben, durch Improvisation entsteht eine kurze Szene, die auch als Szene eines selbstentwicketen Theaterstücks verwendet werden kann ;).

Ablauf

Der Ablauf kann selbstgestaltet werden.

Hier ein Bespiel für eine 20 bis 30 minütige Aufwärmphase:

1x die Bewegungsübung 1x eine pantomimische Übung 2x Dehnübungen 1x eine Reaktionsübung 1x eine sprachliche Übung

Hier das Minimum:

1x die Bewegungsübung 1x das Abschütteln 1x das Klatschspiel